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"Die spinnen, die Briten"[1][1] Wo Asterix Recht hat, da hat er Recht.

Urlaub in Schottland und England

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Prolog zum Thema Wetter

Die Monate Juni und Juli waren im Jahr 2012 nichts, was man irgendwie mit dem Wort Sommer in Verbindung bringen könnte.[2][2] Wo ist eigentlich die Klimaerwärmung, wenn man sie mal braucht? Ende Juli - Schottland-Schild.
Die Schotten sind erst dann glücklich, wenn sie sich von England distanzieren können.
rechtzeitig zu den niedersächsischen Sommerferien - meldeten sich die schönen Tage doch noch. Damit nicht zu viel gute Laune aufkam, machten Dirk und ich uns auf, um dem Regen ins Heimatland des Niederschlags schlechthin zu folgen, denn schließlich wissen wir alle, dass in England immer schlechtes Wetter ist. Was jeder weiß, muss aber nicht unbedingt wahr sein. Aristoteles hat zum Beispiel bis zu seinem Lebensende die These vertreten, dass Männer mehr Zähne haben als Frauen, und niemand hat ihm widersprochen oder zumindest mal nachgezählt.

Mal schauen, ob wir die Sache mit dem Wetter nicht wissenschaftlich unterfüttern können. Einerseits möchte ich hier nicht zu sehr ins Detail gehen, andererseits wurden in letzter Zeit so viele Doktortitel wieder aberkannt, dass ich ein wenig vorsichtig geworden bin. Wen Statistiken langweilen, weil er ihnen sowieso nicht traut, der darf daher gerne zum ersten Tag blättern.

Als relativ willkürliche Auswahl der Orte habe ich mich für Edinburgh als Repräsentant Schottlands, Statistik: Vergleich der Temperatur England-Deutschland.
Großbritannien ist aufgrund des maritimen Klimas im Sommer kalt und im Winter warm.
London als Abgesandter Englands und Hannover als wichtigste Stadt Deutschlands (mein Heimatort) entschieden. Um meine Aussagen zu untermauern, habe ich München als relativ weit von Hannover gelegene deutsche Stadt für zusätzliche Vergleiche herangezogen.

Als Erstes stellt sich die Frage, wie man "gutes Wetter" eigentlich definiert. Dabei kommt man sicherlich nicht um eine Betrachtung der Temperaturen drum herum. Das erste Diagramm[3][3] Die Daten über die Anzahl der Regentage, die Regenmenge und die Tageshöchsttemperaturen stammen von der World Meteorological Organization (vgl. http://worldweather.wmo.int/016/c00058.htm). offenbart nicht überraschend, dass diese auf der Insel weniger schwanken als entfernt vom Wasser auf dem Festland, also im Winter höher und im Sommer niedriger sind. Statistik: Vergleich der Regenmenge England-Deutschland.
Regen ist schlecht für die Kamera und für schöne Urlaubsbilder.
London profitiert dabei besonders deutlich vom Golfstrom, so dass es dort im Jahresdurchschnitt fast 1,5° C wärmer ist als direkt nördlich der Alpen.

Andererseits interessiert mich als Schön-Wetter-Fotograf weniger, wie warm es ist, sondern eher die Regenmenge. Das zweite Diagramm zeigt, dass es übers Jahr gesehen keine großen Unterschiede gibt. In unserer Reisezeit Juli und August sieht es für Hannover sogar ein wenig ungünstiger aus. Noch schlimmer stellt sich ein Vergleich mit München dar, wo im Juli und August 131,6 bzw. 110,5 mm Regen vom Himmel fallen.

Noch wichtiger ist allerdings die Verteilung des Regens, also die Anzahl der Regentage, und da kann Deutschland endlich punkten. Das dritte Diagramm zeigt sehr deutlich, dass es in England viel Statistik: Vergleich der Regentage England-Deutschland.
Also doch: In Großbritannien ist das Wetter viel schlechter als hier.
öfter regnet als hier. Dies gilt zwar nur teilweise für unsere Reisezeit, aber wenigstens Schottland erfüllt die Erwartungen und glänzt mit schlechtem Wetter, wenn auch im Sommer nicht so deutlich, wie hier dargestellt. Die y-Achse ist extra so skaliert, dass die Unterschiede stärker ins Auge fallen. Würde man außerdem erneut München integrieren, sähe alles schon wieder ganz anders aus: Dort gibt es im Juni und Juli zum Beispiel 13,8 bzw. 12,0 durchschnittliche Regentage. Man muss nämlich gar keine Statistik fälschen, um bestimmte Aussagen zu untermauern, es reicht, wenn man die Auswahl der Daten und die Darstellung geschickt wählt.

Und was bedeutet das für unsere ursprüngliche These "In England ist das Wetter immer schlechter als hier"? Sie lässt sich insbesondere für unsere Reisezeit nicht halten. Lediglich in Schottland trifft sie in geringfügigen Ansätzen zu. Rein subjektiv war das Wetter während unserer Fahrt allerdings wirklich bescheiden und oft keine Freude fürs Fotografieren, wobei Einheimische behaupteten, dass wir den schlechtesten Sommer seit Jahrzehnten erwischt haben.[4][4] Das hätte ich auch gesagt, wenn ich Touristen anlocken wollte.

Dienstag, 24. Juli

Die vier Stunden Anreise nach Rotterdam verflogen wie drei Stunden und 90 Minuten, was ja auch nicht verwunderlich ist, wenn man deutsche Autobahnen in den Ferien benutzt. Plötzlich fanden wir uns überraschend vor der Fähre wieder. Wieso überraschend? Einerseits hatten wir laut Navigationssystem noch zehn Kilometer Fahrt vor uns, andererseits war die Fähre doch kleiner, als wir erwartet hatten. Anscheinend wäre es nur wenige Kilometer weiter gewesen, wenn wir stattdessen die Autobahn mit der Brücke zum Fähranleger genommen hätten, aber das Navi hatte uns vorher nicht gefragt.

Die richtige Fähre war dann auch etwas größer. Sie bot 1300 Passagieren Platz, aber wir hatten nicht das Gefühl, dass sie wirklich voll war. Das Highlight beim Einchecken war dann auch schon der Wohnwagen, der auf das falsche Parkdeck gefahren werden sollte und von zehn Leuten unter hohem Kraftaufwand vorsichtig die ca. 100 m lange und relativ steile Rampe herunter bugsiert werden musste. Für uns war diese Art der Reise Neuland: Niemand beschwerte sich, dass wir zu viel Gepäck dabei hatten, niemand verlangte von uns, dass wir die Wasserflaschen im Kofferraum in durchsichtige Plastiktüten packten, und niemand behauptete, dass Sauerstoffmasken aus der Decke purzeln würden, wenn das Boot unterginge. Der Minster von York.
York Minster.
Immerhin wurden wir über Lautsprecher auf die Lagerorte der Schwimmwesten hingewiesen, was ich auf einem Schiff auch sinnvoller finde als im Flugzeug.

Ich hatte gehofft, dass uns beim Ablegen Tausende von Menschen vom Kai aus zuwinkten und Celine Dion "My Heart Will Go On" singen würde, aber Dirk empfand es als gutes Zeichen, dass dies hier keiner tat. Eisberge haben wir auf der Überfahrt auch nicht gerammt.

Mittwoch, 25. Juli

Obwohl ich das Gefühl hatte, als würde das Schiff während der Fahrt die ganze Zeit etwas vibrieren, war die Nacht in der Kabine ganz gut - auf jeden Fall viel besser als in einem engen Flugzeugsitz. Unser Frühstück bestand aus dem, was wir aus Deutschland importiert hatten: Schwarzbrot, Nutella und eine komischen Paprika-Paste, die Dirk aus irgendeinem Grund in die Hände gefallen war.

Ausgeruht machten wir uns auf den Weg nach York mit seinen Sehenswürdigkeiten. Als Erstes besuchten wir den Münster. Angeblich sollte der Unterschied Clifford's Tower von York.
Der Clifford's Tower gehörte zur Stadtmauer und liegt mitten in der Stadt auf einem kleinen Hügel.
zwischen "minster" (Münster) und "cathedral" (Kathedrale) sein, dass in einer Kathedrale auch ausgebildet wurde. Weitere Nachforschungen ergaben allerdings, dass dies wohl nicht stimmt. Laut Wikipedia[5][5] Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale. steht Münster für "bedeutende Kirche" und Kathedrale für "große Kirche". Beide Begriffe scheinen nicht streng zu trennen zu sein, insbesondere da der/das[6][6] Beide Artikel sind richtig. Münster von York als größte mittelalterliche Kirche der Insel schon als Gegenbeispiel fungiert. Die Größe war beeindruckend und die Fenster waren sehr schön. Die Besteigung des Turms ließen wir aus, da das Wetter nicht gut genug war, um schöne Bilder von oben zu machen.

Weiter ging es zum Yorkshire-Museum. Laut Reiseführer war der Eintrittspreis dafür schon mit dem Eintrittspreis für das Gotteshaus abgegolten, aber so richtig sicher waren wir nicht. Da allerdings niemand von uns eine Eintrittskarte sehen wollte, beschlossen wir, dass wir unserem Buch vertrauten, und gingen einfach so hinein. Das Yorkshire-Museum stellt die Geschichte Yorks seit Anbeginn der Zeit da, was in diesem Fall ziemlich wörtlich zu nehmen ist, da sie (augenzwinkernd) mit dem Urknall[7][7] Den Begriff "Urknall" kennt das Wörterbuch von Open Office nicht, aber dafür schlägt es genau den Begriff vor, den ich befürchtet hatte: "Uhrknall". begann.

Anschließend pilgerten wir zum Jorvik, um uns dort in die Schlange einzureihen.[8][8] Die Schlange hätte man umgehen können, wenn man die Karten vorher gegen einen Aufpreis von einem Pfund übers Internet bestellt hätte. Reingekommen wären wir aber trotzdem nicht. So genau wussten wir eigentlich nicht, ob es sich dabei eher um ein Museum oder um so etwas wie eine Jahrmarkts-Attraktion handelt, aber wenn es schlecht gewesen wäre, dann hätte halt Dirk Schuld gehabt. Als wir nach kurzer Wartezeit direkt vor der Kasse angekommen waren, wurde diese gerade dicht gemacht. Man habe heute leider technische Probleme, aber in fünf Minuten würde es weitergehen. Direkt danach wurde diese Aussage revidiert, und die vor uns eingetretenen Leute kamen heraus und bekamen ihr Geld erstattet. Da beschlossen wir, nicht weiter zu warten, und jetzt wissen wir immer noch nicht, was wir da hätten sehen können. Dafür genossen wir noch einen Spaziergang über die Stadtmauer mit gutem Blick auf die nette mittelalterliche Altstadt.

Donnerstag, 26. Juli

Die fast 1000 Jahre alte Durham Cathedral war schon ab 7.30 Uhr offen, was wir nutzten, um den Tag früh anzufangen. Oft hatten wir dagegen das Problem, dass die Sehenswürdigkeiten erst gegen zehn Uhr ihre Pforten öffneten, wodurch uns später am Tag die Zeit knapp wurde. Wir parkten dort, wo die Bauarbeiter ihre Fahrzeuge abgestellt hatten, obwohl wir dazu über einen heruntergelassenen Pömpel[9][9] Damit ist ein Poller und keine Saugglocke gemeint. fahren mussten. Irgendwie würden wir schon wieder heraus kommen. Als wir Kathedrale verließen, stand auch tatsächlich so etwas wie ein Parkplatzaufseher hinter dem Auto, der sich das Fahrzeug nachdenklich anschaute und das deutsche Nummernschild verwundert betrachtete. Wir sahen, wie es in seinem Hirn ratterte, aber er ging schließlich einfach weiter.

Durham Cathedral.
Durham Cathedral.

Auf unserer Fahrt machte sich die Grenze zu Schottland vor allem durch zwei Dinge bemerkbar: Einerseits gab es einen Grenzstein, an dem auch gleich eine Imbissbude mit dem Namen "Border" stand, andererseits befanden sich innerhalb der ersten fünf Kilometer drei Radarkontrollen am Rand. Die störten uns aber nicht, da wir erstens sowieso nie zu schnell fahren[10][10] Nein, nie nicht!, zweitens die Dinger relativ gut sichtbar waren und drittens unser Navi zuverlässig vor ihnen warnte.

Geschichtlich beschäftigten wir uns dann erst mal mit den Römern und ihrer Herrschaft in Großbritannien.

"Also gut, mal abgesehen von sanitären Einrichtungen, der Medizin, dem Schulwesen, Wein, der öffentlichen Ordnung, der Bewässerung, Straßen, der Wasseraufbereitung und der allgemeinen Krankenkasse: Was, frage ich euch, haben die Römer je für uns getan?"
"Den Frieden gebracht."
"Ach, Frieden! Halt die Klappe!"[11][11] Aus "Monty Python's Life Of Brian".

Schon 55 v. Chr. setzte Caesar das erste Mal seinen Fuß auf die Insel, erobert wurde das heutige England aber erst so richtig Ausgrabungen am Vindolanda Roman Fort & Museum.
Ausgrabungen am Vindolanda Roman Fort & Museum.
im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt unter Claudius. Da allerdings die im heutigen Schottland wohnenden Pikten nicht so einfach zu befrieden waren, ließ Kaiser Hadrian 122 n. Chr. sozusagen den britischen Limes bauen, eine Grenzbefestigung, die im wesentlichen die nördlichste Ausdehnung des römischen Reiches darstellte. Zwar wurde 20 Jahre später ein weiterer Wall gebaut, der allerdings nicht lange gehalten werden konnte.

Die ersten römischen Überbleibsel bekamen wir im Vindolanda Roman Fort & Museum zu sehen. Besonders hervorgehoben wurde immer wieder die dort gefundene äußerst beeindruckende persönliche Geburtstagseinladung. Als wir allerdings nachfragten, weil wir sie nicht fanden, erfuhren wir, dass das Original leider im britischen Museum in London verweilt.

Wir folgten dem Hadrianwall zum Housesteads Roman Fort & Museum. Diese Anlage liegt oben auf einer Hügelkette, Jedburgh Abbey.
Jedburgh Abbey.
von der man einen beeindruckenden Blick über die beherrschten Gebiete hatte. Dann besuchten wir das Roman Army Museum, das das Leben und Kämpfen rund um den Wall beleuchtete.

Danach mussten wir uns beeilen, da wir uns noch die sogenannten Border Abbeys anschauen wollten. Diese meist im 12. Jahrhundert gegründeten Abteien lagen ursprünglich mitten im Herrschaftsbereich von Earl David. Erst später verschoben sich die Machtverhältnisse so, dass die prächtigen Gebäude plötzlich an der Grenze zu England standen, von wo aus sie diverse Male geplündert und zerstört wurden. Heute sind nur noch Ruinen zu besichtigen, und auch die nur, wenn man rechtzeitig da ist und nicht wie wir drei Minuten nach dem letzten Einlass, der eine Stunde vor Schließung ist. Auch an den anderen Bauten hatten wir kein Glück, Straße nach Lindisfarne bei Flut.
Ja, dies ist die Straße nach Lindisfarne.
obwohl diese eigentlich noch hätten offen sein müssen. So konnten wir die Bauwerke leider nur von außen bestaunen, was ein wenig schade war.

Freitag, 27. Juli

Schon im 7. Jahrhundert gründete der Mönch St. Aidan auf Lindisfarne, einer Insel, die auch Holy Island[12][12] Zu deutsch: Heilige Insel. genannt wird, ein Kloster. Heute findet man dort eine eindrucksvolle Burg aus dem 16. Jahrhundert und Ruinen eines Klosters aus dem 11. Jahrhundert. Das klingt so gut, dass man da hin sollte, aber es gibt ein Problem: Die Insel ist nur über eine Straße zu erreichen, die bei Flut zu einer Waschstraße wird. Laut Internet sollte die Tide heute so sein, dass die Straße von 7.25 Uhr bis 12.10 Uhr unpassierbar ist. Also mussten wir vorher dort sein und gegen Mittag wieder aufbrechen, um noch rechtzeitig in Edinburgh aufzuschlagen.

Wir waren schon deutlich vor der Flut dort und nutzten die leeren Straßen, um die eigentlich nur zu Fuß erreichbaren historischen Gebäude Fliegerstaffel über Edinburgh.
Zu unserer Begrüßung flog eine Fliegerstaffel über Edinburgh.
mit dem Auto anzusteuern. Glücklicherweise zeigte der Himmel auch ein wenig blau, so dass wir ein paar schnelle Bilder machen konnten. Anschließend stellten wir fest, dass uns die Insel für fünf Stunden unfreiwilligen Aufenthalt zu klein vorkam, und wir nahmen reiß aus. Dabei bemerkten wir, dass das Wasser erst eine dreiviertel Stunde später so hoch war, dass die Straße nicht mehr passiert werden konnte.

Anschließend fuhren wir nach Edinburgh, wo es besonders viel zu sehen gab. Meiner Meinung nach war es die schönste Stadt unserer Reise. Nachdem wir den Palast der königlichen Familie kurz von außen inspiziert hatten, nahmen wir an einer Führung durch das schottische Parlamentsgebäude teil, das von Symbolik nur so triefte und ganz nett und interessant anzusehen war. Das ursprüngliche schottische Parlament wurde 1707 mit dem englischen Parlament zum britischen Parlament vereinigt. Viele Schotten waren damals gegen die Zusammenlegung, St. Giles Cathedral.
St. Giles Cathedral.
aber das Parlament stimmt aufgrund von Bestechungsgeldern und anderen persönlichen Vorteilsnahmen zu. 1997 zeigte ein Volksbegehren, dass die Schotten ein eigenes Parlament wollten, das 1998 gegründet wurde.

Wir spazierten die Royal Mile, die Hauptachse der Altstadt, entlang durch die hübsche Innenstadt von Edinburgh zur St. Giles' Cathedral, der High Kirk of Edinburgh. Schon um 850 stand dort eine Kirche, das existierende Gebäude wurde ab dem 12. Jahrhundert gebaut. John Knox[13][13] Vgl. 30. Juli. liegt dort unter einem Parkplatz begraben.[14][14] Wie romantisch!

Als wir einen Entfesselungskünstler später beim Castle ankamen, war der Nachmittag schon angebrochen. Vor der Burg stand ein Bollwerk aus Stahl, eine riesige Tribüne für ca. 8000 Zuschauer. Innenhof von Edinburgh Castle.
Das Innere von Edinburgh Castle.
Hier findet jedes Jahr mehrere Wochen lang das größte, vor allem militärisch geprägte Musikfestival Schottlands statt. Die Kulisse dafür ist wirklich gut gewählt.

Erste Siedlungsspuren auf dem "Castle Rock" sind schon 3000 Jahre alt und im 7. Jahrhundert nach Christus wurde das erste Mal die "Din Eidyn" (Burg von Eidyn) erwähnt. Das heute älteste Gebäude des Castle Rock ist die St. Margaret's Chapel vom Anfang des 12. Jahrhunderts, die neuesten Gebäude stammen aus unserem Jahrhundert, Kunstvolle Verzierung an der Roslynn Chapel.
Kunstvolle Verzierung an der Roslynn Chapel.
da das Gelände immer noch als Garnison benutzt wird. Trotz der idealen Lage auf einem Basaltkegel auf drei Seiten fast 100 Meter über der Stadt gelegen wurde die Burg häufiger abwechselnd von Engländern und Schotten erobert und des Öfteren bewusst zerstört. Zusätzlich zu den eigentlichen Wehranlagen sahen wir uns auch diverse Museen und die schottischen Kronjuwelen an. Für so viel Programm waren die 3,5 Stunden, die uns zur Verfügung standen, knapp bemessen, so dass wir die letzten Touristen auf dem Weg nach draußen waren und die Aufpasser hinter uns schon per Funk durchgaben, dass noch zwei Besucher kommen würden.

Auf Anraten einer Kellnerin stellten wir heute unsere Übernachtungssuche um. Bisher hatten wir immer kurzfristig vor Ort nach B&Bs gesucht, jetzt schauten wir beim Abendessen unter booking.com[15][15] Vgl. http://www.booking.com/. nach, wo es denn etwas Günstiges gäbe. Es hat immer prima geklappt, und unsere Übernachtungen wurden deutlich preiswerter - vermutlich gerade weil wir so spät buchten und die Vermieter Sorge hatten, ihre Betten nicht mehr belegen zu können. Lediglich ganz im Norden von Schottland wurden wir nicht online fündig, so dass wir dort wieder herkömmlich suchten.

Samstag, 28. Juli

Wir begannen mit der Roslynn Chapel, die seit ihrem Auftritt in Dan Browns Buch und Film "Sakrileg" Unmengen von Besuchern magisch anzieht. Verschwörungstheoretiker vermuten einen gewaltigen Schatz, das Kreuz Christi oder sogar den heiligen Gral unter der Kirche. Unsere Führerin, die uns die Symbolik der schönen Kirche näher brachte, gab zu bedenken, dass vielleicht auch die Socken, die aus der Waschmaschine verschwinden, dorthin gelangen könnten.

Zurück in Edinburgh besuchten wir das kostenlose Schottische Museum, das vor allem mit einem Wort umschrieben werden kann: groß! Es begann mit der Formung Schottlands durch Plattentektonik aus dem Urkontinent Pangäa.[16][16] Oder war es Gondwana? Ich weiß es nicht mehr. Ich werde halt auch langsam alt und vergesslich. Greyfriars Bobby.
Der vielleicht berühmteste Einwohner Edinburghs war Greyfriars Terrier "Bobby", der nach dem Tod seines Herrchens 14 Jahre lang auf dessen Grab lebte.\n
Anschließend ging es um die Besiedelung des Landes ab 8000 vor Christus. Leider konnte mir niemand erklären, warum die einheimische Geschichte erst vor 10.000 Jahren begann, obwohl ich vermutete, dass auch schon vorher hier Menschen lebten. Selbst am Info-Center wusste man keinen Rat, nahm meine Anfrage allerdings freundlich auf und versprach, dass sie in den kommenden Tagen von Fachleuten beantwortet werden würde.[17][17] Tatsächlich bekam ich in der kommenden Woche eine Mail, die mich aufklärte: Als die Ausstellung in den 90ern erstellt wurde, waren tatsächlich keinen älteren Funde bekannt. Würde sie heute erneut erstellt werden, dann würde sie vermutlich ca. 12.000 vor Christus beginnen. Außerdem weiß man heute, dass auch schon vor 700.000 Jahren Menschen im heutigen Schottland lebten. Allerdings sind die Nachweise dazu sehr dünn, da die Eiszeiten nahezu alle Überbleibsel vernichtet haben. Anschließend wurde die Geschichte Schottlands immer ausführlicher aufgegliedert, aber irgendwie wurde es auch immer konfuser. Der anfänglich dünne rote Faden löste sich in Luft auf. Immer wieder wurden wir durch plötzliche Stirling Castle.
Diese Seite von Stirling Castle bezeichne ich als "uneinnehmbar".
Sprünge zu völlig anderen Themen überrascht, und die Ausstellung driftete in die Beliebigkeit ab. Später fanden wir auch Säle, die sich mit komplett anderen Gebieten beschäftigten, aber dabei wurden Themen nur kurz angerissen, wodurch sich die Exponate nicht lohnten, wenn man schon mal ein Museum nur zu diesem Thema gesehen hatte. Trotzdem blieben wir bis ca. 16.00 Uhr dort.

Da die Whisky-Experience längere Öffnungszeiten hatte, konnten wir uns noch ein wenig über die Herstellung der Spirituose bilden. Die Art Geisterbahnfahrt ohne Geister im Fass durch die Ausstellung tat unseren Füßen nach der Anstrengung gut. Leider war es halt nur eine Whisky-Erfahrung mit Plakaten, Filmen und der größten Whisky-Sammlung der Welt, aber halt keine Führung durch eine richtige Destillerie. Wir nahmen die Silber-Tour mit einem Whisky zum Testen. Den merkten wir schon genug, da wir seit dem Frühstück keine Mahlzeit zu uns genommen hatten. Die fünf Sorten der Gold-Tour wären da nur Perlen vor die Säue gewesen.

Sonntag, 29. Juli

Zunächst fuhren wir kurz am Wallace-Monument vorbei. William Wallace war quasi der Wilhelm Tell der Schotten, der sich um 1300 gegen Edward I. von England auflehnte. Seine Geschichte wurde mit der nötigen dichterischen Freiheit als Braveheart mit Mel Gibson in der Hauptrolle verfilmt.

Wie soll man durch Stirling Castle eigentlich in zwei Stunden durchkommen, wenn man einerseits einen Audioguide in die Hand gedrückt bekommt, sich andererseits einer kostenlosen geführten Tour anschließt, sowie einige kleine Museen im Burgbezirk durchschreitet? Dazu kamen noch Schauspieler in historischen Kostümen mit weiteren Erläuterungen und Vorführung der Waffen. Klar, dass wir da in Bezug auf die Zeit völlig versagt haben.

Wenn man in anderen Ländern Ureinwohner in ihrem natürlich Lebensumfeld bei der Ausübung ihrer alten Riten und Gebräuche sehen und fotografieren möchte, dann bucht man einen Ausflug in eine Highlandgames.
Die einen demonstrieren ihre Stärke an schweren Steinkugeln …
angeblich alte Siedlung, in der die Leute noch ganz ursprünglich leben. Ich komme mir dabei leicht wie im Zoo vor und habe außerdem das Gefühl, dass das meiste davon nur Show für die Touristen ist. Wenn man dagegen in Schottland Ureinwohner bei der Ausübung ihrer alten Traditionen sehen und ablichten will, dann geht man dorthin, wo alle hingehen: zu den Highlandgames.

Highlandgames sind eine Mischung zwischen Volksfest und sportlichem Wettkampf. Am Parkplatz wurden wir aufgrund des Autos, was eindeutig zuzuordnen war, in fließendem Deutsch begrüßt. Anschließend gingen wir zur ziemlich durchgematschten Festwiese. In der Mitte gab es einen großen Platz, auf dem die Wettkämpfe stattfanden, drumherum Fressbuden, Bühnen, Schottische Trachtengruppe.
… andere jagen die Gegner mit Gesang und Gebläse in die Flucht.
allerlei Verkaufsstände für teilweise privat hergestelltes Kunsthandwerk und ein paar Karussells, wobei letztere mitunter so alt schienen, als hätten sie schon neben den ersten Spielen der Kelten vor 3000 Jahren gestanden.

Mal war es warm im Sonnenschein und mal kalt im Regen. Die Schotten wissen auch nicht, was sie wollen. Immerhin lästerte Dirk nicht mehr, wenn ich einen Schirm mitnahm. Wir hatten viel Freude daran, dem bunten Treiben zuzusehen, egal ob es sich um Caber Tossing bei den Highlandgames.
Beim Caber tossing hat mancher Schotte ein Brett vorm Kopf.
die Tanzvorführung zur Dudelsackmusik handelte oder um den Gummistiefelweitwurf mit Publikumsbeteiligung, bei dem die Damen teilweise negative Weiten erreichten. Nach letzterem wurde über Lautsprecher die schlimmste Verletzung des Festes bekannt gegeben: Ein Fingernagel war abgebrochen.

Nicht minder interessant waren die richtigen Wettbewerbe. Beim "Caber tossing" muss ein Baumstamm so geworfen werden, dass er möglichst senkrecht aufkommt, bei "Weight over the bar" hat jeder Teilnehmer ähnlich wie beim Hochsprung drei Versuche, ein 25 kg schweres Gewicht über eine Latte zu werfen, die sich in vier und mehr Meter Höhe befindet. Nicht geklärt werden konnte, ob man ausscheidet, wenn man das Gewicht hinterher auf seinen Kopf bekommt. Bei anderen Disziplinen wuchteten die Athleten gut 100 kg schwere Kugeln auf Fässer, was bei der Nässe besonders schwierig war, oder trugen schwere Behälter über eine möglichst weite Strecke. Das sind halt noch richtige Männer … äh, und Frauen!

Montag, 30. Juli

Scone Palace steht auf einem der bedeutendsten Plätze unserer Reise, denn hier wurde - seitdem 838 Kenneth MacAlpin erster König von Schottland wurde - Kopf eines weißen Pfaus.
Kopf eines weißen Pfaus.
so ziemlich alles auf dem heiligen "Stone of Destiny"[18][18] Zu deutsch: Stein des Schicksals. gekrönt, was auf der nördlichen Hälfte der Insel Rang und Namen hatte - zumindest bis Edward der Erste ihn Ende des 13. Jahrhunderts nach Westminster Abbey bringen ließ, wo er dann als Krönungsstein von den verhassten Engländern benutzt wurde. 1950 entführten schottische Studenten ihn kurzfristig von dort, aber erst 1996 kehrte er als Wahlgeschenk der Konservativen offiziell nach Schottland zurück. St. John's Kirk in Perth.
St. John's Kirk in Perth.
Geholfen hat es der Partei allerdings nicht. Außerdem gibt es immer wieder Gerüchte, dass es sowieso nicht der richtige Stein gewesen sei.

Das Palastgebäude selber stammt vom Beginn des 19. Jahrhunderts, und man kann einige kostbar renovierte und prächtig ausgestattete Räume bewundern. Außerdem sieht man an einer Menge Bilder, wie Stolz die königliche Familie auf ihren Nachwuchs ist. So angemessen beeindruckt waren Dirk und ich aber nicht. Uns hat da der weiße Pfau, der sich auf dem Rasen herumtrieb, fast mehr fasziniert.

John Knox war ein schottischer Theologe, der im 16. Jahrhundert großen Einfluss auf die Reformation Ruine von St. Andrew's Cathedral.
Die Ruine von St. Andrew's Cathedral zeugt von der enormen Größe des Gotteshauses.
in Schottland ausübte. Er führte Aufstände an, übersetzte die Bibel ins Englische und wurde Mitbegründer der Presbyterianischen Kirche. Er predigte in der St. Giles' Cathedral in Edinburgh, die wir am 27. Juli besichtigt hatten, und löste unter anderem an der St. John's Kirk in Perth und an der St. Andrew's Cathedral einen Bildersturm aus. Letztere war eine der großartigsten Kirchen der Insel überhaupt, hat sich von der Verwüstung im Jahre 1559 aber nicht mehr erholt, so dass man heute nur noch durch die Ruine wandern kann. Diese alleine zeugt aber schon von der ungeheuren ehemaligen Größe.

Den Abschluss des Tages machte eine Besichtigung des Royal Research Ship "Discovery", auf dem der Polarforscher Robert Falcon Scott Expeditionen in die Antarktis unternahm. 1912 erreichte er den Südpol mit der Erkenntnis, dass ihm sein Piktischer Stein bei Aberlemno.
Piktischer Stein bei Aberlemno.
Rivale Roald Amundsen zuvorgekommen war. Auf dem Rückweg von dort verstarben Scott und seine Mannschaft.

Dienstag, 31. Juli

Heute wollten wir auf den Spuren der Pikten wandern. Dies ist der römische Name für die Völker Schottlands und geht auf deren Tätowierungen zurück.[19][19] "Picti" heißt zu deutsch "Die Bemalten". Mit der Vereinigung der Völker unter Kenneth MacAlpin im 9. Jahrhundert verschwanden deren Sprache und Kultur. Lediglich gravierte Steine sind von damals geblieben.

Als Erstes stand das St. Vigeans Pictish and Medieval Stone Museum auf dem Programm, das allerdings nur nach Absprache geöffnet ist. Wir hatten es am Vortag schon telefonisch probiert, waren aber aufgrund der späten Uhrzeit gescheitert, so dass wir diesmal direkt zur Arbroath Abbey fuhren, wo man sich anmelden muss. Dort erfuhren wir, dass das kleine Museum eigentlich nur nachmittags zu besichtigen sei, aber da wir dann nicht mehr hier gewesen wären, wurde es spontan für uns frei gegeben. Die Dame, die sich während unseres Rundgangs durch den Museumsraum sichtlich langweilte, versorgte uns nebenbei mit ein paar weiteren Informationen. Das Resümee der Ausstellung: Man weiß sehr wenig.

Anschließend umrundeten wir die gleichnamige Kirche und - obwohl gerade eine Trauerfeier stattfand - Arbroath Abbey.
Arbroath Abbey.
wurden wir genötigt, uns dazu zu setzen. Etwas widersprüchlich war, ob der Verstorbene nun 81 oder 85 Lenze auf dem Buckel hatte, aber die Traueransprache gefiel uns gut, da sie sehr persönlich auf den Toten zugeschnitten war. Ein Lied später machten wir uns dann wieder aus dem Staub.

Arbroath Abbey ist eine dieser schönen und beeindruckenden Kirchen-Ruinen, von denen Schottland eine Menge zu bieten hat. Hier wurde im Jahre 1320 die schottische Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet und 1951 der Stone of Destiny[20][20] Vgl. 30. Juli. wiedergefunden.

Auf dem Weg nach Pictavia sahen wir erneut die Trauergemeinde, gesellten uns aber nicht zum Leichenschmaus dazu, auch wenn Dirk sicherlich Hunger hatte. Im Museum erfuhren wir dann noch etwas mehr über die Pikten, aber so richtig schlau wurden wir trotzdem nicht. Anschließend sahen wir uns drei weitere piktische Steine an, die bei Aberlemno an der Straße stehen, bevor wir durch die schöne Kulisse des Cairngorms National Park nach Norden fuhren.

Mittwoch, 1. August

Zwei Dinge sprachen für die Besichtigung der Dallas Dhu Distillery: Wir hatten in Edinburgh keine richtige Whisky-Destillerie besichtigt, und es war wegen des Explorer-Passes Speicher der Dallas Dhu Destillerie.
Speicher der Dallas Dhu Destillerie.
kostenlos. Letzteren hatten wir uns zu Beginn der Reise gekauft und mittlerweile so oft benutzt, dass wir uns deutlich in der Gewinnspanne befanden. Außerdem machte er das Leben angenehmer, weil man halt nicht mehr darüber nachdenken musste, ob sich die achte Ruine noch lohnte, da wir ja sowieso schon bezahlt hatten. Ersteres - das Besichtigen einer richtigen Destillerie klappte dagegen nur so halb, da diese schon vor einiger Zeit in Ruhestand gegangen war, so dass wir wieder nichts in Aktion sahen. Trotzdem waren die alten Anlagen sehenswert, und wir bekamen wieder Whisky zum Probieren und Testen, was gerade zu Beginn des Tages sinnvoll erschien.

Das idyllisch am Moray Firth gelegene Fort George ist eine vollständig erhaltene Wehranlage aus dem 18. Jahrhundert, was auch kein Wunder ist, da sie nur einmal angegriffen wurde. Damals hörte der wachhabende Soldat ein verdächtiges Geräusch im Gebüsch, feuerte auf den Angreifer und verteidigte damit todesmutig das Fort gegen eine vermutlich unbewaffnete Kuh. Auch heute sind noch Soldaten in der Kaserne stationiert, obwohl das große Grundstück vor allem eine Touristenattraktion ist, die zum weiträumigen Erkunden einlädt. Dort erfuhren wir, wie man damals Soldaten rekrutierte: Es reichte, wenn der Kämpfer in Spe einen Penny, der dem Sergeant gehörte, annahm. Dies wiederum konnte bereits geschehen, indem er das Geldstück aus seinem Bierkrug fischte, wohin es der Sergeant vorher heimlich versenkt hatte. Damals kamen Bierkrüge mit Deckel in Mode.

Anfang des 18. Jahrhunderts waren England etwas und Schottland besonders stark durch Bürgerkriege und Hungersnöte gebeutelt. Während die reicheren Händler ihre Zukunft eher in einer engeren Zusammenarbeit auf der Insel sahen, wollten viele Schotten wieder unabhängig werden. Diese Jakobiten (Anhänger von James II./VII.) machten sich unter der Führung von "Bonnie Prince Charlie" (Charles Edward Stuart) auf, die englischen Truppen zu schlagen. Nach anfänglichen Erfolgen trafen sich beide Seiten 1746 in Culloden, um die seitdem letzte Schlacht auf britischer Muttererde zu schlagen.[21][21] Bis hierhin stimmen meine während des Urlaubs gemachten Erinnerungen mit anderen Quellen (Reiseführer, Wikipedia ...) gut überein, im Folgenden ergeben sich an einigen Stellen deutliche Unterschiede. Ich hoffe, mein Gedächtnis ist noch gut genug, so dass ich nicht zu viel Unsinn erzähle. Am Vortag der Schlacht feierten die englischen Truppen den Geburtstag ihres Generals mit einer Extraration Essen und viel Erholungspause, während die Jakobiten die ganze Nacht über das Moor irrten, weil sie einen Überraschungsangriff starten wollten. Dieser scheiterte, und die beiden Armeen standen sich am nächsten Tag mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen gegenüber. Kein Wunder, dass die Jakobiten gegen die englischen Truppen untergingen.

Diese Schlacht wäre mir sicherlich nicht im Gedächtnis geblieben, wenn wir nicht das dazugehörige Museum am Rande des Schlachtfelds besucht hätten. Besonders herausragend fand ich eine Animation, auf der der vermutliche Schlachtverlauf dargestellt wurde, weil diese meine Vorstellung von so einer Konfrontation komplett über den Haufen warf. Okay, ich hatte mir auch nie darüber Gedanken gemacht, aber trotzdem hat es mich der Ablauf überrascht:

Nicht überzeugend fand ich schon die Aufstellung hübsch gegenüber auf dem Moor. Ich hätte mich sicherlich hinter einer Barriere verschanzt. Loch Ness mit ohne Nessie.
Loch Ness mit Nessie (gerade untergetaucht).
Zunächst schoss die Artillerie beider Seiten fleißig in die schön aufgereihten Truppen, während sich diese nicht bewegten. Erst als die Jakobiten merkten, dass ihr Artillerie keine Chance hatte, stürmten sie los ins Kugelfeuer der Gegner. Schon nach einer halben Stunde war der Sturm beendet und die Jakobiten musste sich geschlagen zurückziehen. Zu diesem Zeitpunkt hatten große Teile beider Seiten noch nicht mal den Gegner erreicht, und trotzdem war die Schlacht entschieden. Die Engländer hatten dabei nur ein Zehntel der Verluste ihrer Kontrahenten einstecken müssen.

Ich empfehle euch: Schaut euch das Museum und besonders das Display an.

Anschließend besuchten wir noch den Loch Ness. Ich hatte extra den Fotoapparat mit Tele-Objektiv griffbereit neben mir liegen, aber Nessie wollte einfach nicht auftauchen. Urquhart Castle am Loch Ness.
Urquhart Castle am Loch Ness.
Das war aber auch klar, da wir zur Zeit der Olympischen Spiele unterwegs waren, und die Zeitungen so genug zu berichten hatten. Die Sichtungen des Ungeheuers finden dagegen meist zu Zeiten des Sommerlochs statt. Stattdessen besichtigten wir die Ruinen von Urquhart Castle, das einmal eine der größten Burgen Schottlands war. In ihrer Geschichte wurde sie häufiger von allen möglichen Leuten überrannt, unter anderem auch vom Clan der MacDonalds, die Unmengen von Vieh stahlen. Ich vermute, das war die Grundlage für die gleichnamige Fastfoodkette.

Donnerstag, 2. August

Auf unserem Weg nach Norden wollten wir ein wenig die Lachse springen sehen, aber die machten gerade größtenteils Pause. Für Ausgleich sorgten Unmengen von Mücken, die ihre geringe Größe durch Aggressivität wett machten. Daher saßen wir relativ schnell wieder im Auto. Trotzdem hatte sich wohl ein Bataillon im Kofferraum versteckt, denn wir wurden den ganzen Tag über in den Highlands von diesen Biestern geärgert.

Unsere Fahrt führte uns mitten durch die Highlands, deren Landschaft ich als schön aber unspektakulär empfunden habe. Außerdem hatten wir das falsche Wetter, um die Umgebung vollends genießen zu können. Auf dem Weg fielen noch "Dun Dornaigil", die Ruine eines gut 2000 Jahre alten Rundhauses, und "Ceannabeinne", eine alte Stadt, inklusive Spaziergang über die Hügel zu den Klippen, ab. In Ceannabeinne fanden die sogenannten "Durness Riots" statt, als sich die Bewohner Ende des 19. Jahrhunderts gegen die Räumung der Stadt wehrten. Außerdem besichtigten wir den ersten Teil der Smoo Caves, die zu Fuß zu erreichen waren. Für den zweiten Teil muss man ein Boot benutzen, was allerdings wegen der vorherigen Regenfälle nicht fuhr. Das konnten wir nachvollziehen.

Freitag, 3. August

Mit im Gepäck der Reise hatten wir natürlich auch hochwertiges Informationsmaterial, das wir uns an manchen Abenden Eilean Donan Castle.
Eilean Donan Castle, das gar nicht dem Clan der MacLeods sondern den Macraes gehört.
zu Gemüte führten. Für den heutigen Tag hatten wir uns mit dem Film Highlander vorbereitet, der teilweise in den schottischen Highlands und insbesondere auch in und um Eilean Donan Castle herum spielt. Die Burg liegt sehr schön in der Meeresbucht Loch Duich und ist bei Flut nur über eine Fußgängerbrücke trocken zu erreichen. Angeblich soll sie eines der meist fotografierten Motive Schottlands sein. Wir haben natürlich dazu beigetragen. Von innen verlor sie ihre Schönheit etwas, was allein schon daran lag, dass sie stark von Touristen überlaufen war.

Weiter ging es nach Süden an den Five Sisters - eine Formation aus fünf Hügelkuppen - und ein paar Brochs - eisenzeitliche Wohntürme - vorbei wieder zurück in die Steinzeit nach Kilmartin, eine kleine Gemeinde, um die herum sich jede Menge archäologische Fundstätten befinden. Steine von Dunchraigaig.
Je nach Blickwinkel und Belichtung …
Als kleinen Ausblick auf später sahen wir uns die Steinkreise von Temple Wood an und erkundeten die rituellen Stätten von Dunchraigaig. Wir genossen die verschiedenen Stimmungen, die uns das Wetter bot, und sahen ein paar seltsamen Personen zu, die die Steine fast anzubeten schienen.

Samstag, 4. August

Diesmal war wandern angesagt, wenn auch nur durch die Innenstadt von Glasgow. Um es dabei mit Dirks Worten zu sagen: Steine von Dunchraigaig.
… wirken die Steine von Dunchraigaig völlig unterschiedlich.
"Die Schönheit Glasgows hat sich mir nicht direkt erschlossen."

Glasgow Cathedral war überlaufen mit Touristen, aber nicht schöner als andere, die wir vorher gesehen haben. Gleich daneben befand sich das Museum für Religion: Es fing erst ein wenig belanglos mit ein paar zusammenhanglosen Kunstwerken an, verglich dann aber ganz ordentlich die fünf Weltreligionen (teilweise auch sechs[22][22] Vgl. Reisebericht Indien.) miteinander. Sehr viel Neues gab es allerdings nicht für uns, was sicher auch an unserer Vorbildung lag. Trotzdem fanden sich ein paar gute Anregungen für weitere Gespräche und tieferes Nachdenken. Die Galerie of Modern Art zeigte auch einige nette Sachen, aber der große Wurf war nicht dabei. Auch da hatten wir - wenn auch nicht in diesem Urlaub - schon Besseres gesehen, was natürlich auch immer subjektiv ist. Im Peoples Palace inkl. Botanischer Garten informierten wir uns über die Geschichte Glasgows ab 1750, und damit war diese Ausstellung eine gute Ergänzung, weil sie ganz anders war als in den Städten zuvor.

Sonntag, 5. August

Noch eine Burg? Ist es wirklich nötig, Beeston Castle zu besichtigen? Nein, diesmal ging es gar nicht um die Ruine an sich, Stürmung der Normannen auf Beeston Castle.
Eine Reihe mit Schilden und Speeren bewaffneter Leute ist nicht durch Stürmen zu beeindrucken …
sondern um die Stürmung der Festung durch die Normannen im 13. Jahrhundert, die durch mindestens 60 Freiwillige und Hobbykünstler in Szene gesetzt wurde. Neben einen kleinen Mittelaltermarkt, gab es einerseits Vorführungen, bei denen die Angreifer und Verteidiger mit Worten und Waffen aufeinander trafen und gegeneinander kämpften, und andererseits die Chance, alles Mögliche anzufassen und selber auszuprobieren.

Zur Mitte des Tages konnten wir uns positiv überrascht von Dannen schleichen, um noch mal die jüngere Geschichte zu beleuchten. Stürmung der Normannen auf Beeston Castle.
… Kinder dagegen schon.
In Liverpool stand das International Slavery Museum auf dem Programm, das eine Menge Informationen zum Thema Sklavenhandel mit starkem Bezug zur eigenen Stadt bot. Leider nutzte es nicht sein volles Potential aus, da es zu wenig Möglichkeiten gab, selber die Geschichten am eigenen Leib zu erfahren. Trotzdem war es sehr interessant. Auch Hinweise auf heutige Sklaverei, zum Beispiel Usbekistan, das seine Bevölkerung zur Arbeit auf Baumwollplantagen zwingt, fehlten nicht. Das nebenan gelegene Maritime Museum bekam von uns nur einen kleinen Abstecher (ca. eine Stunde), obwohl es vermutlich mehr verdient hätte. So beschränkten wir uns vor allem auf die Abteilung zum Thema Titanic, deren Heimathafen Liverpool war.

Noch aktueller wurde die Geschichte ein paar Türen weiter. Welche Namen fallen einem bei Liverpool ein? Natürlich die Fab Four. "The Beatles Story" beleuchtet den Werdegang der Pilzköpfe von Anfang an und hört auch nicht dort auf, wo es die Beatles nicht mehr gab. Neben jeder Menge Musik[23][23] Welch eine Überraschung! und Informationen konnte man durch einige nachgebildete Originalschauplätze wandern, was das ganze sehr plastisch machte.

Auf dem Weg zurück zum Auto, das im Parkhaus eines Einkaufszentrums stand, wählten wir einen anderen Eingang, fuhren mit dem Lift hinunter und fanden uns plötzlich an den Warenannahmen der Geschäfte wieder. Das Problem dabei: Es gab keinen Ausgang. Auch ein Zurückkehren auf unserem Weg blieb erfolglos, da die Eingangstür mittlerweile verschlossen war. Das war eine gute Voraussetzung für einen angenehmen Sonntagabend um 19.00 Uhr. Glücklicherweise trafen wir nach kurzer Suche das Wachpersonal, das uns schnell als "verloren" kategorisierte und uns die Tür in die Freiheit öffnete.

Montag, 6. August

In Wroxeter Roman City werden vor allem die Ruinen eines römischen Badehauses gezeigt und erklärt, wie damals gebadet wurde, was durchaus interessant war. Wir waren mit kurz vor 9 Uhr wie so häufig deutlich zu früh da, aber was will man schon zwischen dem Aufstehen und 10 Uhr machen, wenn es nichts zu besichtigen gibt? Irgendwie machen die Museen zu spät auf, aber als Ausgleich dafür schließen sie auch früh, teilweise schon um fünf Uhr. Kenilworth Castle.
Trotz genügend Regen ist das Kenilworth Castle kein Wasserschloss mehr.
Dadurch war die mögliche Zeit für Aktivitäten immer relativ kurz und wurde nur selten mit solchen Nichtigkeiten wie Essen verschwendet. Daher gab es meist nur zwei Mahlzeiten am Tag, was Dirk tapfer ertrug. Zwischendurch vergnügte er sich dann mit einer Herde Kekse oder einem Rudel Obst.

Das Kenilworth Castle und Elizabethan Garden doppelten sich irgendwie ein wenig mit dem Programm, das wir vorher schon gesehen hatten, und daher beschlossen wir, uns mal wieder einen ganz anderen Programmpunkt zu suchen, den wir in Stratford-upon-Avon, der Heimatstadt von William Shakespeare, fanden. Das entsprechende Museum glänzte mit einem hohen Eintrittspreis (den höchsten, den wir während des ganzen Urlaubs hatten), einer geschlossenen Ausstellung, etwas Einrichtung, vier kurzen Filmen und extrem wenig Informationen über den Dramatiker. Immerhin gab es am Ende noch drei Schauspieler, die den Lyriker rezitierten.

Ganz anderes dagegen verlief der Besuch des Royal Shakespeare Theatres, in dem wir aufgrund eines besonderen Angebots für 16 Pfund[24][24] Dies entsprach ca. 20 €. die besten Plätze bekamen. Die Aufführung von "Viel Lärm um nichts" hat uns gut gefallen, und ich durfte sogar zehn Minuten lang mitten auf der Bühne sitzen und wurde dabei bewirtet.

Dienstag, 7. August

In Bristol sahen wir uns das Dampfschiff SS Great Britain, das erste Eisenschiff mit Propellerantrieb, das den Atlantik überquerte. Es gilt als der erste moderne Ozeandampfer. Das Museumsschiff bietet einige sehr schöne Pluspunkte. Da es im Trockendock liegt, kann man es auch von unten bestaunen. Innen drin sind viele Kabinen und Räume sehr schön restauriert. Das Gesehene wird dabei durch Geräusche und Gerüche ergänzt, wodurch man sich tatsächlich mitten drin fühlt und sich vieles besser vorstellen kann.

In Bristol muss man sich angeblich außerdem die Clifton Suspension Bridge ansehen, die die Schlucht des Flusses Avon überspannt. Sie wurde von Brunel gebaut, der gleiche Ingenieur, der auch für die SS Great Britain verantwortlich war. 1831 sollte sie für Fußgänger und ein paar Pferdegespanne gebaut werden, Römisches Bad in Bath.
Das römische Bad liegt mitten in und unter der Stadt Bath.
heute fahren 12000 Autos jeden Tag hinüber. Die einen bezeichnen das als Weitsicht Brunels, ich vermute eher, er hat sich damals völlig verschätzt!

In der Nähe von Bristol befindet sich Bath, ein Name, der Programm ist. Die Römer gründeten den Ort 60 nach Christus und nutzten die einzige warme Quelle der Insel zu ihrer Erholung. Insgesamt war es ihnen hier sowieso zu kühl. Wir schauten uns zuvor allerdings noch Crescent Nr. 1 an, ein Georgianisches Haus samt Inneneinrichtung, bei dem das Preis-Leistungs-Verhältnis für die wenigen Zimmer nicht stimmte. Ganz anders war es im Roman Bath Museum, in dem man das unter den Mauern der Stadt ausgegrabene römische Bad und dazugehörigen Tempel besichtigen kann. Obwohl es ziemlich überlaufen war, bekamen wir zusätzlich zum nahezu obligatorischen Audioguide auch eine private Führung, die unsere persönlichen Fragen beantwortete. Obwohl es eine Dopplung zum römischen Bad vom Vortag hätte sein können, was es das in keinem Fall. Im Gegenteil: Es ergänzte sich prima.

Nun wollten wir noch ein bisschen mehr ins römische Leben eintauchen und es hautnah spüren. Also besuchten wir das aktuelle Dampfbad persönlich. Nett war der auf dem Dach gelegene Pool, der eine schöne Aussicht durch den Nieselregen auf die Stadt bot. Trotzdem kann die Anlage nicht mit einer ordentlichen Saunalandschaft mithalten.

Mittwoch, 8. August

Kreise können die Engländer hervorragend. Einerseits erkennt man das im Straßenverkehr, wo man alle naselang auf einen Kreisel trifft. Der geringste Abstand zweier Kreisverkehre, Avebury Steinkreis.
Vorsicht: Einer der Steine ist eine Fälschung!
den wir gefunden haben, betrug eine Autolänge, und man findet sie auch schon mal auf Autobahnen, wo man dann plötzlich von 120 herunter bremsen muss. Aber auch schon bevor es die Autobahnen gab, verstanden sie die Einheimischen prima auf Steinkreise, wie sie uns beweisen konnten.

Vergesst Stonehenge, diesen kleinen popeligen Steinkreis. Das ist doch nur was für Schmalspurtouristen und Sandkastenbaggerfahrer. Wir waren heute in Avebury, wo ein Steinkreis steht, der gut 50-mal so groß wie der oben genannte ist - zumindest von der Fläche her. Der erste Steinkreis in Avebury entstand ca. 2500 vor Christus, wurde allerdings ab dem 14. Jahrhundert weitgehend, wodurch heute von den bis zu 40 Tonnen schweren Steinen nur noch gut ein Fünftel vorhanden sind. Genauso sehenswert waren das in der Nähe gelegene Hügelgrab West Kenneth Long Barrow und der 37 Meter hohe Silbury Hill, einer der größten künstlichen prähistorischen Hügel der Welt.

Übersicht über Stonehenge.
Stonehenge ist - wie sollte es anders sein - von Touristen überlaufen und vom Smog bedrängt …
Dann fuhren wir natürlich doch nach Stonehenge. Wenn man mit dem Auto über den Hügel kommt, sieht man schon von Weitem den großen Kreis aus Menschen, der sich um die Steine versammelt hat. Stonehenge.
… aber beeindruckend ist es auch.
Alles ist hier ganz anders als in Avebury, und damit meine ich nicht nur die Touristenanzahl. In Stonehenge ist als Normalsterblicher weniger zu entdecken. Der Kreis ist einfach da, und es ist wirklich beeindruckend, was die Menschen vor 5000 Jahren zustande gebracht haben. Die ältesten Spuren - drei große Pfostenlöcher - sind sogar schon 10000 Jahre alt. Wer und wozu das ganze gebaut wurde, ist nicht so wirklich klar. Am besten fast es vielleicht Christopher Chippindale zusammen: "Vieles, was über Stonehenge geschrieben wurde, ist erfunden, zweitklassig oder einfach falsch."[25][25] Christopher Chippindale: Stonehenge Complete. 3. Revised Edition, Thames & Hudson Ltd., London 2004, ISBN 9780500284674. Olympisches Logo in London.
Diese olympischen Wasserfontänen wurden mit der Energie angetrieben, die 15 Radfahrer vorher 10 Minuten lang mit Muskelkraft bereitgestellt hatten.
Anfassen kann man die Steine nicht, man darf nur drum herum gehen, daher ist der andere Kreis irgendwie schöner. Oder doch nicht?

Donnerstag, 9. August

Trotz aller Bemühungen und zu meinem großen Missfallen hatte mich das Internationale Olympische Komitee nicht zu den gerade in London stattfindenden Olympischen Spielen zugelassen. Vermutlich war ich einfach schon zu alt dafür. Trotzdem beschlossen wir, keinen internationalen Boykott auszurufen, sondern das Spektakel live im Stadion anzusehen, aber auch das wollte nicht klappen. Die Tickets waren schon ein dreiviertel Jahr vorher ausverkauft, während wir mit der Planung für unseren Urlaub erst eine Woche vor Beginn ernsthaft begonnen hatten. Übers Internet waren angeblich noch offiziell Tickets zu bekommen, aber unsere häufigen Versuche waren nicht von Erfolg gekrönt. Erst kurz vor Schluss hätten wir doch noch Tickets erwerben können. Diese passten aber einerseits gar nicht in unseren Zeitplan, andererseits fanden wir 300 Pfund pro Person doch zu happig.

Wir beschlossen, London nicht aus unserer Routenplanung zu streichen, obwohl wir beide schon einiges von der Stadt gesehen hatten, und konzentrierten uns daher auf wenige Punkte, die durch unsere Vorgeschichte eher willkürlich erscheinen. Houses of Parliament.
Um die Fotomotive "Houses of Parliament" …
Als Erstes besuchten wir das Britische Museum, um das in diesem Urlaub erworbene Wissen über Großbritannien abzurunden und zu vervollständigen. Das Museum ist toll, riesig und kostenlos, aber uns interessierten nicht die Griechen oder Ägypter sondern die Briten. Die Ausstellung dazu erschien uns wie eine Aneinanderreihung von Fundstücken, aber man erfuhr zu wenig direkt über die britische Geschichte. Das war bei den vielen kleineren Museen, die sich auf bestimmte Dinge konzentrierten und diese tiefer aufbereiteten, besser.

Weiter ging es im Florence Nightingale Museum, um etwas über die Begründerin der modernen Krankenpflege zu erfahren. Der Audioguide in Form eines Stethoskops war eine gute Idee, Towerbridge.
… und "Towerbridge" kommt man nicht herum.
die Ausführung dagegen mangelhaft. Man musste den Ton von einem Punkt abnehmen, wodurch ihn jeweils nur eine Person gleichzeitig hören konnte, die sich auch nicht davon entfernen konnte. Die Informationen waren interessant, aber über ihren Todestag stand nichts dabei. Lebt sie eventuell immer noch?

Weiter ging es in das teure und nicht überwältigend große Sea Life, bevor wir unser Arbeitspensum als erledigt ansahen. So genossen wir noch ein wenig das olympische Flair außerhalb der Sportkampfstätten und flanierten an der Themse entlang.

Freitag, 10. August

Zurück ging es von Dover aus mit der Fähre nach Calais. Warum muss man eigentlich mitten in der Schlange der Autos in der Tiefgarage auf dem Schiff schon seinen Motor anlassen, obwohl noch nicht mal das Tor geöffnet ist, um die Fahrzeuge raus zu lassen?

Epilog

Und wieder einmal war es ein schöner Urlaub mit Dirk, der Lust auf die kommenden gemacht hat. Wohin die gehen werden, wird noch nicht verraten …